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IBA Stadtumbau 2010

Der CAMPUS Wittenberg e. V. wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 als Partner für die Realisierung des IBA-Projektes „Campus Wittenberg“ gegründet. Die neuen, engagierten Stadtmacher wollen durch Bildungstourismus Bewohner auf Zeit gewinnen und den Ortsansässigen der Region attraktive Bildungsangebote unterbreiten. Die Lutherstadt Wittenberg war seit 2003 an der IBA Stadtumbau 2010 beteiligt.

Die IBA Stadtumbau 2010 stellte eine Reaktion des Landes Sachsen-Anhalt auf weitreichende Herausforderungen dar: den demografischen Wandel. Schon heute prägt er Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Neben Wachstumsregionen wird es trotz aller Bemühungen Gebiete mit einem erheblichen Bevölkerungsrückgang geben. Dieses Nebeneinander ist auch innerhalb der Städte sichtbar. Zugleich schreitet der Strukturwandel in der Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft voran. Davon betroffen ist auch das Land Sachsen-Anhalt, das durch eine Vielzahl von Klein- und Mittelstädten geprägt ist, die sich durch herausragende kulturhistorische Orte wie die Bauhausbauten in Dessau-Roßlau, die Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben oder die Fachwerkhäuser von Quedlinburg auszeichnen.

Seit 1989 hat Sachsen-Anhalt etwa 17 Prozent seiner Bevölkerung verloren. Ende 2008 lebten hier nach Angaben des Statistischen Landesamts knapp 2,4 Millionen Menschen. Und noch ist der Rückgang nicht gestoppt. Die Schrumpfungsprozesse erfordern einen weitblickenden Stadtumbau, der auf Leerstand und finanziellen Notstand antwortet und dem Verlust von ästhetischen Reizen und Lebensqualität in den Städten entgegenwirkt. Die „Chance der Schrumpfung“ besteht in der Konzentration auf spezifische städtische Potenziale – weniger ist mehr.

Um sich mit dieser Thematik aktiv auseinanderzusetzen, hat das Land im Jahr 2002 die Internationale Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 initiiert. Die Stiftung Bauhaus Dessau und die SALEG Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft mbH wurden mit ihrer Durchführung beauftragt. Ziel ist es, auf kommunaler und Länderebene in Sachsen-Anhalt eine Expertise für die Praxis des Umbaus zu erarbeiten und dabei modellhafte Projekte zu entwickeln, die Zeichen für die internationale Stadtforschung setzen.

Die Städte von morgen können sich nicht mehr am Leitbild einer stetig wachsenden Stadt orientieren. Urbane Lebensqualität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hängen nicht von einer Zunahme an Bevölkerung und Flächenverbrauch ab. Die IBA Stadtumbau 2010 ist visionär und mutig, denn erstmals beschäftigt sich ein ganzes Bundesland im Rahmen einer Internationalen Bauausstellung mit einem weltweit aktuellen Thema: dem Phänomen der schrumpfenden Städte. Im Mittelpunkt stehen dabei die Klein- und Mittelstädte, wo die meisten Menschen leben, und nicht eine Metropolregion. Dabei konzentriert sich nach jahrzehntelanger Bautätigkeit am Stadtrand das Engagement auf die Wiederentdeckung der Zentren. Jetzt werden die historischen Kerne nicht nur konsolidiert, sondern erfahren durch gestalterische und sozial-räumliche Eingriffe eine Aktualisierung ihrer ästhetischen Qualität.

An der IBA Stadtumbau 2010 wirkten 19 Städte mit. Die von ihnen bearbeiteten Themen sind in den Städten entstanden und spiegeln ihr Profil wider. Zusammen ergeben sie ein vielgestaltiges Bild der Stadtumbaukultur im Land. Es gab keine großen Leuchtturmprojekte, dafür aber lokale Netzwerke, die erfolgversprechende Wege beschreiten: Andere Investoren – andere Renditen – andere Stadtmacher.

Die IBA Stadtumbau 2010 verstand sich als ein Labor, in dem verschiedene „Werkzeuge“ des Stadtumbaus exemplarisch erprobt und angewendet wurden und werden.

Dabei baut die Lutherstadt auf ihre Traditionen als Ort des Lernens und der weltoffenen Dispute. Die Forschungs- und Bildungsinstitutionen gestalten einen außeruniversitären Campus, um sich damit auch international als Bildungsstandort zu profilieren und „temporäre Bewohner“ zu gewinnen. Dazu wurden und werden leerstehende historische Gebäude in der Altstadt saniert und für entsprechende Nutzungen ausgestattet.

IBA Projekte

IBA Stadtumbau

Der Prozess 2003 – 2009

Ziel: Gestaltung im Rahmen des demografischen Wandels
Weg: IBA Stadtumbau 2010, Entwicklung modellhafter Objekte für die Praxis des Stadtumbaus
Schritt: Entwicklung des CAMPUS Wittenberg

Bevölkerungsentwicklung

Ausgangslage: Bevölkerungsentwicklung, wirtschaftliche Entwicklung, soziale Entwicklung

Stabilisierung durch temporäre Bewohner

  • 2003 IBA-Bewerbung: Dialog der Kulturen und Religionen in Generationen
  • Akquise temporärer Bewohner durch Bildungsangebote

CAMPUS Wittenberg als Koordinierung der Bildungsangebote für internationale Vermarktung

  • 2005 Evaluierung: CAMPUS Wittenberg
  • 2006 Gründung: CAMPUS Wittenberg e.V.
  • 2007 Profilierung CAMPUS Wittenberg
  • 2008 Strukturierung und Stabilisierung
  • 2009 Projektfortsetzung
  • 2010 Präsentation der Ergebnisse

Präsentation 2010

Blick auf die Schlosskirche
  • Fertigstellung und erfolgreicher Betrieb des Colleg Wittenberg,
  • Fertigstellung Zeughaus
  • Fertigstellung Cranach – Hof
  • Fertigstellung Wilhelm-Weber-Haus
  • Planungen für das Exerzierhaus
  • Vorbereitungen für die Sanierung des Schlosskirchenensemles

April bis Oktober 2010

  • Eröffnung Colleg Wittenberg 01.05.2010
  • Entwicklung eines Informations- und Leitsystems für die IBA-Projekte
  • Aufrüstung der Audio-Guides mit Informationen zum Thema IBA Stadtumbau 2010, ihren baulichen und inhaltlichen Projekten

Bürger-Gäste-Veranstaltungen

  • Erlebnisnacht 2009 und 2010; Präsentation der Bauprojekte
  • weitere Aktionen und Veranstaltungen in den Bauprojekten im Zeitraum Mai – Oktober 2010

Ausblick 2017

  • unverwechselbares Profil der Stadt als Bildungsstandort festigen und vermarkten
  • Sanierung und Umnutzung des Schlossensembles
  • Sanierung der Stadtkirche
  • Sanierung des Augusteums
  • Qualifizierung der Gastgeberkultur
technische Umsetzung durch: Systemhaus Wittenberg