Geschichte

Vor 500 Jahren ist die Welt aus den Fugen. Das Mittelalter wird durch die Neuzeit abgelöst, die sich durch wirtschaftlichen Aufschwung, die Entdeckung Amerikas, das Aufkommen von Renaissance, Humanismus und Reformation sowie durch wissenschaftliches Denken auszeichnet. Ohne den Theologen und Rebellen Martin Luther, der 1517 mit seinem Thesenanschlag an die Schlosskirche zu Wittenberg den Ausschlag für die Reformation gab, wäre die Geschichte wohl anders verlaufen. Der CAMPUS Wittenberg gründet auf einer großen Tradition. Kein Wunder, dass Geschichte zu seinen wichtigsten Themen gehört.

Die Geschichte der Reformation, die Geschichte universitärer Bildung, das Leben vieler wichtiger historischer Persönlichkeiten und ihre Wirkungsstätten, wie beispielsweise das Bugenhagenhaus, das Melanchthonhaus und die Cranachhöfe, sowie die Sammlungen der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, zugleich Hüterin des UNESCO Welterbes, und die Kirchenbibliothek des Predigerseminars mit ihren historischen Buchschätzen, können in Wittenberg erkundet werden.
Einmalige Schätze vermitteln ein anschauliches Bild vom Auf und Ab der spannenden Stadtgeschichte, denn während die Welt um 1500 gebannt auf die sächsische Residenzstadt schaute, dürfte sich das öffentliche Interesse einige Jahrzehnte später bereits relativiert haben. Die sächsischen Kurfürsten waren längst in ihre neue Residenz nach Dresden weitergezogen.
Gespannt beobachtete man unterdessen den Disput zwischen Protestanten und Katholiken, der gekrönten Häuptern den willkommenen Anlass für eine Neuaufteilung des Kontinents bot. Diese kriegerische Auseinandersetzung sollte als Dreißigjähriger Krieg in die Geschichte eingehen. Noch zählt Wittenberg zu den bedeutenden geistigen Zentren Europas, im 17. Jahrhundert wird die Universität zu Halle zur Konkurrenz.
In Folge der Niederlage Napoleons kommt es zur Neuordnung Europas, der Wiener Kongress 1815 schlägt Wittenberg Preußen zu. Die Universität wird geschlossen, eine weitere preußische Garnisonsstadt ist geboren. Das 20. Jahrhundert bringt industriellen Fortschritt, Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sowie Aufbau und Verfall im Sozialismus, der im mutigen Engagement der Bürger für ihre Stadt und deren historisches Erbe kulminiert. „Schwerter zu Pflugscharen“ und „Wo Häuser verkommen, verkommen auch Menschen“ sind nur zwei Losungen, für die Wittenberger eine Menge riskierten.
Zu diesen und zu weiteren Themen der Geschichte geben die Städtischen Sammlungen Wittenbergs mit ihren Bereichen Stadtgeschichte, Stadt- und Ratsarchiv, Archäologie, Nachrichtentechnik, Naturkunde und Völkerkunde ausführlich und anschauliche Auskunft.
Wechselnde Ausstellungen der Stadtgeschichtlichen Sammlungen und des Hauses der Geschichte, mit seiner umfangreichen Sammlung zur Alltagsgeschichte der 1940–1980er Jahre, sowie weitere Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, sich mit den historischen Epochen und der jüngsten Vergangenheit zu beschäftigen.
Die Bildungsangebote im CAMPUS zu diesem Themenfeld reichen von Stadtführungen, auf denen man zum Teil von „historischen Persönlichkeiten“ begleitet wird, über Museums- und Bibliotheksofferten bis hin zu öffentlichen Seminaren, Vorträgen und Diskussionen.

Angebote zum Thema

technische Umsetzung durch: Systemhaus Wittenberg