Gesellschaft

Jahrhunderte lang hat es gedauert, bis sich eine politische Ordnung durchsetzte, deren Gewalt tatsächlich vom Volke ausgeht: die moderne Demokratie. Ihre Mitglieder besitzen die Freiheit, im Rahmen allgemein goutierter Gesetze individuelle Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Und sie besitzen die Macht, den Inhalt der Gesetze mitzubestimmen. Aber wie verschafft man sich in Zeiten, in denen jedermann öffentlich sagen kann, was er mag, Gehör? Auch darauf hat der CAMPUS Wittenberg eine Antwort.

Einmischung ausdrücklich erwünscht! Unter diesem Motto präsentiert der CAMPUS Wittenberg Bildungsangebote, die sich nicht nur mit aktuellen Disputen in Politik und Gesellschaft auseinandersetzen, sondern auch zeigen, wie man sich geschickt in relevante Diskussionen einbringen kann. Auch auf diesem Gebiet schaut man schließlich auf eine lange Tradition zurück.
Schon Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Kunst des Disputs in Wittenberg gepflegt. Neben dem Thesenanschlag von Martin Luther, in denen der Reformator gegen den Ablasshandel und für Reformen in der kirchlichen Praxis stritt, sind an dieser Stelle der Pädagoge Philipp Melanchthon, der sich in seiner vielgerühmten klaren, bildhaften Sprache für Bildungsreformen einsetzte, und der Theologe Johannes Bugenhagen, der in seinen Predigten aktuelle Fragen ansprach, um seiner Gemeinde die notwendige Orientierung zur christlichen Lebensführung zu vermitteln, zu nennen. Drei Jahrhunderte später, im Jahr 1848, hielt der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern in Wittenberg auf dem ersten evangelischen Kirchentag eine programmatische Rede zur Gründung der Inneren Mission der deutschen evangelischen Kirche – der heutigen Diakonie. In den 80er Jahren griffen die Bewohner das Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ auf, setzten sich mit Erfolg für den Erhalt ihrer historischen Gebäude ein und gaben damit auch einen Anstoß für die politische Wende. Selbstredend wird Letztere von politisch aktiven Kräften der Stadt, wie dem Pfarrer Friedrich Schorlemmer, kritisch begleitet und kommentiert.
Immer wieder waren gesellschaftliche Herausforderungen Anlass engagierten Streitens um die besten Lösungen. Und so wird es auch heute noch im CAMPUS Wittenberg gehalten.
Die öffentliche Aushandlung verschiedener Interessen ist Grundlage jeder Demokratie und kann im CAMPUS anhand verschiedener Angebote erlernt oder auch vervollkommnet werden. Dazu gehören die Rhetorikseminare der Cranach Stiftung ebenso wie Vorträge und Diskussionen in der Volkshochschule und der Evangelischen Akademie.
Wissen zu erlangen, Orientierung zu finden, sich einen Standpunkt zu bilden und um gute Lösungen zu streiten, sind die Ziele dieser CAMPUS-Angebote.

Angebote zum Thema

technische Umsetzung durch: Systemhaus Wittenberg