Neue Studenten für die Stadt

Mitteldeutsche Zeitung, 08.11.2011

VON STEFANIE HOMMERS, 07.11.11, 18:29h, aktualisiert 07.11.11, 20:50h
WITTENBERG/MZ. “Yes, of course!” Die Antwort auf die Frage, ob sie schon einmal in Wittenberg waren, schien manchen Amerikaner fast zu belustigen. Diese Erfahrung machte jedenfalls jene Delegation aus der Lutherstadt, die sich im September in die USA aufgemacht hatte, um an Universitäten und auf Messen Studenten, Professoren und Dozenten für einen Besuch in ihrer Stadt zu begeistern.

Unter dem Titel “Campus-Tour Wittenberg” rührten Vertreter verschiedener Bildungseinrichtungen, die im “Campus e.V.” zusammengeschlossen sind, sowie Mitglieder des Stadtrates die Werbetrommel für Wittenberg als (H-)Ort der Bildung. Und sie stießen auf offene Ohren. Nicht allein, dass rund 90 Prozent aller Besucher des Wittenberg-Standes auf der Bildungsmesse der German Studies Association in Louisville / Kentucky “selbstverständlich” schon einmal in der Lutherstadt zu Gast waren, viele wollen durchaus wiederkommen. “Man hatte das Gefühl, die haben nur auf uns gewartet”, so Christian Eggert vom Colleg Wittenberg. Eine Einschätzung die Stefanie Rieger teilt. “Es war stressig aber lohnend”, so das Urteil der Geschäftsführerin des Instituts für deutsche Sprache und Kultur an der Leucorea in Wittenberg.

15 Flüge in 14 Tagen kreuz und quer durch die USA mit Stationen in Kentucky, Kalifornien, Texas, Minnesota und in der Partnerstadt Springfield in Ohio absolvierten die Botschafter in Sachen Bildungstourismus. Der Einsatz trage bereits erste Früchte, so das positive Fazit. Für einen mehrwöchigen Aufenthalt von Studenten der Wittenberg-Universität im kommenden Jahr gebe es schon 17 verbindliche Anmeldungen, informierte Stefanie Rieger. Darüber hinaus gebe es aus Minnesota ein sehr konkretes Interesse an einer längerfristigen Kooperation. 2013 wolle man mit einem Sommerprogramm für Studenten starten. “Wenn das gut läuft, soll ab 2014 ein alljährliches Semesterprogramm etabliert werden”, unterstrich Rieger. Dass Wittenberg bei den Lutheranern jenseits des großen Teiches einen guten Klang hat, mag eine gute Basis dafür sein, internationale Gäste ins Stammland der Reformation zu locken. Doch darauf allein könne man sich ebenso wenig allein verlassen wie auf schöne Prospekte, findet Christian Eggert. “Für Amerikaner ist der persönliche Kontakt eminent wichtig, ein direkter Besuch wird als Wertschätzung empfunden.”

Ermöglicht wurde der Erfolg der Tour nicht zuletzt durch die Nutzung bereits bestehender Beziehungen, wie zur ehemaligen Wittenberger ELCA-Beauftragten Jean Godsell-Myers, die den Werbern in den USA viele Türen öffnete. Der Campus Verein habe sich zu einem internationalen Netzwerk entwickelt, so der Campus-Vorsitzende Helmut Keitel. Dass die hier ehrenamtlich Aktiven sich der Unterstützung der Stadt sicher sein können, unterstrich der mitgereiste Stadtratsvorsitzende Thomas Popp. Man habe mit den Projekten der Internationalen Bauausstellung viel Geld in Gebäude investiert, die Wittenberg als Bildungsstandort repräsentierten. “Jetzt müssen wir weiter alles daransetzen, die Häuser mit Leben zu füllen.”

USA-Reise - Werben für Wittenberg

Mitteldeutsche Zeitung, 03.10.2011

Louisvillle/MZ – Eine positive Zwischenbilanz hat die Geschäftsführerin des Instituts für deutsche Sprache und Kultur in Wittenberg gezogen. “Die Tagung in Louisville verlief sehr gut”, berichtet Stafanie Rieger.
Eine Gruppe von Wittenbergern, zu der auch Bildungstourismus-Anbieter Christian Eggert und Stadtratsvorsitzender Thomas Popp (im Bild rechts) gehören, wirbt derzeit wie berichtet in den USA fürs Studieren in der Lutherstadt. “Unser Stand gehörte eher zu den Exoten, den die anderen Aussteller waren Verlage, der DAAD und die Humboldt-Stiftung”, so Rieger. “Gespräche mit Professoeren unterschiedlichster Unsiversitäten klangen vielversprechend.” Neben Louisville waren auch die Concordia University in Irvine (Kalifornien) sowie Unis in Texas und Minnesota Ziele, um dort mit den Verantwortlichen für die Study-Abroad-Programme zu reden. Rieger: “Alle bekundeten großes Interesse, etwas in Wittenberg zu etablieren.”
FOTO: PRIVAT

Mehr Profil für Bildung

Die ehemalige Rosa-Luxemburg-Schule wird zum Bildungszentrum Lindenfeld profiliert, dafür werden 2,8 Millionen in die bauliche Sanierung investiert. Foto: Wolfgang Gorsboth

Erster Campus-Konvent will neues “Bildungszentrum Lindenfeld“ fördern

Wittenberg (wg). “Der Campus hat sich zu einer von der Bürgerschaft getragenen Initiative entwickelt, die Internationale Bauausstellung (IBA) 2010 ist zwar vorbei, aber wir sind noch nicht am Ziel“, betonte Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD). Der Campus macht also weiter mit dem neuen Format “Campus-Konvent“, eine erste Zusammenkunft gab es am Montag in der Leucorea.
Zwei Schwerpunkte werden künftig die Arbeit prägen:

Erstens sollen Bildungsgäste als temporäre Bewohner dem Be-völkerungsschwund entgegen wirken, zu den Zielgruppen gehören Studenten aus den USA und Skandinavien. Zweitens soll die Binnenbildung entwickelt werden – von der frühkindlichen Bildung über berufsbegleitende Weiterbildung bis hin zur Seniorenakademie. “Wir wollen den Anspruch des lebenslangen Lernens mit Inhalten füllen“, erklärte Helmut Keitel, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Das Bildungszentrum Lindenfeld mit der ehemaligen Rosa-Luxemburg-Schule und der benachbarten Diesterweg-Schule, ein gemeinsames Projekt von Stadt und Kreis, bildet die bauliche Hülle für die Konvent-Ideen.

Der Baustart erfolgt noch im November, etwa 2,8 Millionen Euro werden in die umfangreiche Sanierung investiert, die Fertigstellung ist für Dezember 2011 geplant. Den Auftakt macht das Rosa-Luxemburg-Gebäude, dort werden Kreisvolkshochschule, Kreismusikschule, Kreismedienzentrum und die Kreisergänzungsbibliothek unter einem Dach zusammengeführt. Aus förderrechtlichen Gründen bleibt die Stadtbibliothek zunächst außen vor. “Mit der Zusammenlegung der vier Einrichtungen an einem Standort wollen wir die Nutzungsfrequenz erhöhen“, berichtete Landrat Jürgen Dannenberg (Linke).

Kernstück soll der Bildungsmarktplatz im Erdgeschoss sein, eine Art “Bürgerbüro in Sachen Bildung“: Hier werden sich alle Bildungseinrichtungen der Stadt und des Kreises präsentieren, hier wird beraten, erfolgen die An- und Abmeldungen für Kurse und können Bildungsgutscheine eingelöst werden. PC-Arbeitsplätze gewährleisten den kostenfreien Zugang zum Internet. In drei Arbeitsgruppen sammelte der “Campus-Konvent“ Anregungen. Um die Verweildauer im Bildungszentrum zu erhöhen, müsse das Gebäude attraktiv sein und auch Gastronomie anbieten. Die vorhandene Aula soll für Veranstaltungen genutzt, das Planetarium einbezogen werden.

Da Eltern und Kinder das Objekt nutzen, sollen Hausaufgabenräume mit Internetzugang geschaffen werden. “Angesichts vieler Sozialhilfekarrieren wird es wichtig sein, Bildungsbedürfnisse überhaupt zu wecken“, regte Markus Biedermann, Direktor der Kreismusikschule, an. Dazu müssten die Hemmschwellen zum Betreten des Bildungsmarktplatzes so gering wie möglich sein.

Vereine mit Bildungsanspruch wie zum Beispiel der Kulturbund sollen im Bildungszentrum integriert werden, ein “Bildungsmanager“ soll als Anlaufstelle wirken. Wichtig sei es, Angebote nicht nur für leistungsschwache Kinder und Jugendliche, sondern auch für begabte Schüler zu schaffen, so könne die Idee des Junior-Campus wieder belebt werden. “Das Bildungszentrum ist das erste große Projekt einer Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kreis und schon allein deshalb zum Erfolg verdammt“, erklärte Biedermann. OB Naumann sah am Ende des Konvents noch viele offene Fragen und den Bedarf nach Präzisierung: “Es gibt noch viele Betätigungsfelder, in denen sich der Campus-Verein auch in Zukunft profilieren kann.“

(Quelle: wochenspiegel-web.de von Wolfgang Gorsboth)

Der Campus macht weiter

Helmut Keitel: IBA 2010 war für die Lutherstadt Wittenberg ein voller Erfolg

Der Arsenalplatz aus der Vogelperspektive: Deutlich zu erkennen ist das Franziskanerkloster mit der umliegenden Brache. Hier entsteht das Askanische Besucher- und Informationszentrum.
Foto: Steffen Mainka

Wittenberg (wg). Die Internationale Bauausstellung (IBA) 2010 ist zu Ende, der Verein “Campus Wittenberg“ hat seinen Job gemacht. 26 Millionen Euro Fördermittel wurden investiert, dank der IBA konnten Gebäude wie das Zeughaus, das Wilhelm-Weber-Haus und die ehemalige Mädchenschule in der Jüdenstraße, in der sich heute das Colleg Wittenberg befindet, vor dem Verfall und Abriss gerettet werden. “Diese Objekte hätten auf Grund ihres baufälligen Zustandes keinen Investor gefunden, mit Hilfe der IBA konnten so wichtige Zeugnisse der Baukultur in der Altstadt gerettet werden“, berichtet Helmut Keitel, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des Campus-Vereins.

Mit der Idee hat sich die Stadt Wittenberg auf ihre akademischen Traditionen besonnen, der Campus hat auch neue Institutionen in die Stadt gebracht wie das Colleg Wittenberg: Hier wohnen und lernen amerikanische Studenten. Die Campus-Idee überzeugte die Gremien: Wittenberg wurde mit mehr Fördermitteln bedacht als die Mitkonkurrenten. Im Laufe der IBA-Phase kamen neue Vorhaben dazu: Sowohl das Zeughaus und das Weber-Haus und jüngst die Exzerzierhalle, die als temporäre Galerie im Cranachjahr 2015 dienen und danach multifunktionellen Nutzungen zugeführt werden soll. Grundlegend verändert hat sich das Stadthaus-Projekt auf dem Arsenalplatz: Die Pläne wurden Makulatur, als die Gebeine des Askanier-Urahns, Kurfürst Rudolf II., gefunden wurden.

Nun entsteht hier ein Askanisches Besucher- und Informationszentrum, nebst Stadthaus und Räumlichkeiten für das Stadt- und Ratsarchiv. “Wir haben nicht nur Gebäude restauriert und saniert, wir führen sie auch einer sinnvollen Nachnutzung zu, die nachhaltig auf das Reformationsjubiläum 2017 ausgerichtet sind“, sagt Keitel Aber es gab auch Rückschläge: “Wir haben Qualifizierungskurse für Dienstleister in Handel und Gewerbe, Hotels und Gaststätten sowie Taxiunternehmen angeboten“, berichtet Keitel. Die Teilnehmer sollten sprachlich-kommunikative Kompetenzen im Umgang mit Touristen erlernen sowie historisches und theologisches Hintergrundwissen erwerben. Der erste Kurs ist toll gelaufen, für den zweiten fanden sich keine Interessenten. “Das ist nicht nachvollziehbar, denn von einem tourismusfreundlichen Dienstleistungsniveau sind wir in Wittenberg noch weit entfernt“, kritisiert Keitel.

Auch nach Ende der IBA 2010 macht der Campus-Verein weiter. Eines der künftigen Schwerpunkthemen ist der Ausbau der internationalen Ausrichtung Wittenbergs, zunächst auf die USA, dann auf Skandinavien. Der zweite Schwerpunkt bezieht sich auf die Binnenbildung: “Was müssen wir in der eigenen Region leisten, wenn der Anspruch des lebenslangen Lernens, von der frühkindlichen Bildung bis hin zur Senioren-Akademie, mit konkreten Inhalten untersetzt werden soll“, erläutert der Architekt. Dazu wird es künftig regelmäßig einen Campus-Konvent geben.
Der Vorstand

Helmut Keitel wurde in seiner Arbeit als Vorstandsvorsitzender unterstützt von Peer Pasternack, der als Forschungsdirektor am Institut für Hochschulforschung mit seiner Studie zur Bildungslandschaft in Wittenberg den entscheidenden Impuls zur Entwicklung der Campus-Idee gab. Thorsten Moos, Studienleiter an der Evangelischen Akademie, ist vor wenigen Tagen ausgeschieden, da er nach Heidelberg wechselte. Oberbürgermeister Eckhard Naumann und Lothar Führer, früherer Fachbereichsleiter für Öffentliches Bauen, haben von Seiten der Stadtverwaltung die Vorstandarbeit unterstützt. Volkmar Lang bringt seine Kenntnisse als Computerspezialist ein und Volksbank-Chefin Gerlinde Gon-szczyk ist Schatzmeisterin des Vereins.

(Quelle: wochenspiegel-web.de)

Neue Ideen in alten Gemäuern

15.10.2010

WITTENBERG/MZ. Die erste Station in Sachen Stadtumbau ist die letzte. Wer mag sich, kurz vor dem offiziellen Schlusspunkt der Internationalen Bauausstellung (IBA), der übrigens am Samstag gesetzt wird, noch an herausgerissene Fußböden, marode Balken und kaputte Dächer in alten Wittenberger Häusern erinnern, wenn er jetzt staunend auf helle, saubere Räume schaut?

Zumindest in der ehemaligen Artilleriewagenhalle Nr. 2 in Wittenberg, zumeist Zeughaus genannt, ist der Kontrast vom Mai bis Mitte Oktober fühlbar. Wer damals noch frierend mit den Füßen im Sand scharrte, den wärmt heute eine Heizung. Hatten damals wegen feuchter Kälte die Musiker noch passen müssen, spielt jetzt Live-Musik. Es ist das “kleine Finale” in Wittenberg, das da am Donnerstag über die Bühne geht, mit neuen Nutzungsideen für Häuser inmitten der Innenstadt.

Dabei stand am Anfang der IBA, zum Beginn des Stadtumbaus 2001 / 02 der Abriss. “Man musste den Menschen die Wahrheit sagen”, sagt Karl-Heinz Daehre (CDU), Minister für Landesentwicklung und Verkehr. Grund war Leerstand der großen Wohnblöcke. Aus anderen Ländern, aus anderen Städten hatten sie zweifelnd herübergeschaut, “als ob wir die einzigen waren, die es betraf”. Doch der demographische Wandel lässt inzwischen andere nachziehen.

19 Städte in Sachsen-Anhalt haben sich beteiligt. In Wittenberg galt, wie anderswo, die Städte neu zu beleben, nicht nur Baukultur, sondern auch Historie zu erhalten und zugänglich zu machen. Das erforderte Diskussionen und Stehvermögen. Die Idee Wissenschaft und Bildung steht hier an der Elbe im Vordergrund. “Die IBA mag zu Ende sein, der Stadtumbau ist es nicht”, betont Daehre. Die Ideen, die Anteilnahme der Bevölkerung in Wittenberg an den weiteren Projekten sollten, so Daehre, nicht aufhören und vor allem nicht an Qualität nachlassen.

Eine positive Bilanz zieht auch Wittenbergs Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD). “Wenn es die IBA nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Die Internationale Bauausstellung hat das Bewusstsein der Bürger geschärft, diese Entwicklungen wahrzunehmen.” Stadtumbau heißt zwar, dass Gebäude saniert wurden, von denen einige eigentlich kaum noch zu retten waren. Doch sind dies eben nicht nur Mauern, sondern die Offenheit und Bildung darin, “und das wird auch weiter tragfähig sein, über die IBA hinaus”. Naumann lobt neben anderen den Verein Campus Wittenberg, der, 2006 gegründet, durch außergewöhnliches Engagement seines Vorsitzenden Helmut Keitel zur Verstetigung der Campus-Idee beigetragen habe.

Und so staunt Wittenberg am Donnerstag beim Gang durch leere, weitläufige Räume, was aus einem ehemaligen militärischen Gebäude, 1855 erbaut, geworden ist. Bis 2012 soll es die Städtischen Sammlungen aufnehmen, oder zumindest den Teil davon, der Platz findet. Treppauf, treppab werden die alten Balken bewundert, die tragende Konstruktion des Daches ganz oben, und man wirft einen Blick aus den Fenstern auf ein Gelände, das man immer nur vom ebenerdigen Erkunden kennt.

Dass Museen zumeist Wahrzeichen einer Stadt sind – oder das Ego ihrer Architekten befriedigen, davon kann Rüdiger Schulz, Geschäftsführer des IBA-Büros, einiges erzählen. “Museen sind fast immer bemüht, Eindruck zu schinden. Soll dort nun wahre Kunst oder Ware Kunst ausgestellt werden?” Von früheren Zeiten, als Museen den Schlössern nachempfunden wurden und man “in stiller Demut und herzerhebender Einsamkeit die großen Künstler bewundert”, und heutigen Gebräuchen, wo jedes zum Welterbe erklärte Areal blitzartig von Touristenmassen und Andenkenverkäufern okkupiert wird, scheint Wittenberg weit entfernt. “Dies hier ist kein Schloss, kein Tempel”, sagt Schulz. “Es ist ein dienendes Gebäude, kostengünstig und zudem ökologisch auf dem neuesten Stand. Mir gefällt es, und ich hoffe, Sie schließen es in Ihr Herz.”

(Quelle: mz-web.de von Karina Blüthgen)

Landesbauausstellung Lutherstadt Wittenberg zeigt IBA und UNESCO-Projekte

05.03.2010 - 07.03.2010

Die Lutherstadt Wittenberg war am vergangenen Wochenende wieder auf der Stadtumbaumeile
der 20. Landesbauausstellung in der Messe Magdeburg mit einem eigenen Messestand vertreten.
Damit hat sie gegenüber der Landes- und Bundesregierung auf ihre aktuellen Projekte aufmerksam gemacht. Der Focus lag auf der Altstadtsanierung, den Projekten der IBA Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 und auf weiteren Entwicklungsschwerpunkten, besonders an den UNESCO-Welterbestätten und deren Umfeld.

Hochrangige Vertreter der Landesregierung, wie der Schirmherr der Ausstellung, der Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Herr Dr. Karl-Heinz Daehre, der Finanzminister des Landes Sachsen-Anhalt Jens Bullerjahn sowie der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium
Herr Rainer Bomba, informierten sich am Wittenberger Stand und zeigten reges Interesse.

Im Rahmen der IBA Stadtumbau 2010 als Gemeinschaftsaufgabe des Landes Sachsen-Anhalt und der 19 beteiligten IBA – Städte integrieren sich die baulichen Projekte in das Gesamtthema „CAMPUS Wittenberg“. Inhaltliches Konzept und bauliche Realisierung, Hard- und Software dieses Modellvorhabens der Stadtentwicklung stehen im IBA – Jahr auf einem guten Niveau.
Jugendherberge und Cranach – Höfe sind übergeben. Die Baumaßnahmen im Colleg Wittenberg, Jüdenstraße 8, stehen kurz vor dem Abschluss. Am 1. Mai wird das Colleg sowie die IBA-Gesamtpräsentation eröffnet. Die Studieneinrichtung kann an diesem Tag von 10.00 bis 16.00 Uhr besichtigt werden. Im Zeughaus und dem Wilhelm-Weber-Haus verlaufen die Baumaßnahmen planmäßig. Für das Stadthaus und die angrenzenden Gebäude befindet sich die Machbarkeitsstudie „Zentraler Besucherempfang Lutherstadt Wittenberg“ in Diskussion. Wenn es gelingt, diese Untersuchungen in konkrete Planungen zu führen und Finanzierungsquellen für die notwendigen Baumaßnahmen aufzuschließen, würde die touristische Erschließung und eine grundlegende Neugestaltung des Bereiches der ehemaligen Franziskanerklosterkirche und des umliegenden Arsenalplatzes funktional und baulich einen großen Gewinn bedeuten.

Weitere Projekte, die im Hinblick auf die Lutherdekade und das Reformationsjubiläum 2017 bedeutsame Impulse für die Sanierung von UNESCO-Welterbestätten und anderer denkmalgeschützter Großbauten wie dem Schloss, der Stadtkirche und Schlosskirche, dem Melanchthonhaus sowie das Projekt Luthergarten sind an die Ministerien herangetragen worden.

Die Projektdarstellungen werden im Vorraum des Bürgerbüros, Neues Rathaus, Lutherstraße 56 von März bis Dezember 2010 ausgestellt.

technische Umsetzung durch: Systemhaus Wittenberg